Gottwollshausen hat wieder einen Dorfladen

Oberbürgermeister Pelgrim betonte bei der Eröffnung am 11. Mai 2005 das große bürgerschaftliche Engagement, das in diesem Projekt steckt. Seit September 2004 hatte sich ein Arbeitskreis intensiv mit den Möglichkeiten einer Weiterführung der ehemaligen Bäckerei beschäftigt. Eine Genossenschaft wurde gegründet und Anteilsscheine gezeichnet, Zuschussanträge gestellt. Und so nahm die Idee des Dorfladens, die auf den ersten Blick so gar nicht in unsere Zeit zu passen schien Kontur an.

Ein kleiner Einkaufsladen im Dorf, ganz entgegengesetzt zum aktuellen Trend zu immer größeren Verkaufsflächen auf der grünen Wiese am Rande der Stadt. Und dazu noch selbst organisiert nach „altem“ genossenschaftlichem Prinzip, wo heute doch vor allem Filialisten Konjunktur haben.

Eröffnung Gottwollshausen

„Unser Dorfladen“ sichert die Nahversorgung in Gottwollshausen, Wackershofen und Gailenkirchen zur Deckung des täglichen Grundbedarfs: Milchprodukte, Back- und Wurstwaren, Obst, Gemüse. Das kleine Steh-Cafe betont die Kommunikationsfunktion des Ladens. Die Stadt unterstützt das Projekt. Beeindruckend ist die kurze Zeit von der Idee bis zur Eröffnung des Ladens.

Möglich wurde dies durch eine sehr effektive Projektsteuerung, viele tatkräftige Hände und ein überzeugendes Gesamtkonzept mit hohem Identifikationspotential. Für OB Pelgrim könnte das Projekt beispielgebend sein. Er dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. Jetzt liege es am Einkaufsverhalten der Bürgerinnen und Bürgern, die Zukunft des Dorfladens zu einem Erfolg zu machen.

45000 Euro in den Umbau investiert

Der Dorfladen Gailenkirchen ist ein deutliches Zeichen der Solidarität der Bürger dieses Ortes. 200 Bürger haben Genossenschaftsanteile von über 50000 Euro gezeichnet“, sagte Walter Preisinger vorgestern bei der Eröffnungsfeier. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft Unser Dorfladen e.G. Gottwollshausen – Gailenkirchen und hat sich für die Laden-Realisierung eingesetzt. Es zeige, was in der globalen Welt in einem kleinen Ort möglich sei, wenn Menschen eine Vision hätten, Ideen entwickelten und in einem Netzwerk das erarbeitete Konzept in die Realität umsetzten. 38 ehrenamtliche Helfer haben 532 Stunden auf dem Bau gearbeitet und 20000 Euro an Kosten eingespart.

Besonderen Dank sagte Preisinger acht Helfern, die von Anbeginn mitarbeiteten: Maria Oschwald, Fritz Gramm, Herrman Grabert, Helmut Hofmann, Erich Reber, Kurt Schmelzle, Karl Wittmann, Manfred Wagner. „Sie haben gearbeitet, als würden sie ihr eigenes Haus bauen.“

Eröffnung Gailenkirchen

45000 Euro wurden investiert, die Warenerstausstattung kostete 15 000 Euro. Diese Gesamtkosten konnten durch eigene Mittel, Spenden und Zuschüsse finanziert werden. 1200 Artikel umfasst das Sortiment, regionale und Bio-Produkte tauchen am häufigsten in den Regalen auf. „Früher gab es das Milchhäusle und den Tante-Emma-Laden, wo man sich traf“, sagte Roland Heckelmann, in seinem Grußwort als ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Schnell um die Ecke zum Einkaufen gehen, mit persönlicher Begrüßung durch freundliche Mitarbeiter, „das kann kein Supermarkt ersetzen“. Ortsvorsteher Martin Gsell erinnerte an den schwierigen, holprigen Weg des Ladenumbaus. „Dank Herrn Preisinger konnten wir das alles erreichen.“

Am Ende der Feier nahm Pfarrer Bernhard Glück die Anwesenden mit in das Jahr 2032, in dem das 25-jährige Bestehen des Ladens gefeiert wird. Die Dorfgemeinschaft sei gewachsen und auch die Verbindung zwischen Gailenkirchen und Gottwollshausen, lautete seine Zukunftsvison.